Tre Cime
- elisaegli
- 10. Sept. 2024
- 2 Min. Lesezeit
Um 7 Uhr morgens machen wir uns auf den Wanderweg zu den 'Tre Cime'. Den ganzen Rundweg wollen wir nicht machen. Für Khaya wäre die Wanderung evtl. zu lange mit ihrem Herz, das nicht mehr so schön pumpt und mein Knie ist auch dankbar. Wir marschieren bis zur Anhöhe, am Fusse der drei Zinnen. Fast im Minutentakt kommen Scharen von Menschen dazu und machen sich auch auf den Weg. Viele sind ausgerüstet als bestiegen sie den Mount Everest, dabei ist es nur ein einfacher Wanderweg der um die drei Zinnen verläuft. Wahrscheinlich achte ich mich so auf die tollen Outfits der Italiener*innen weil ich noch immer in denselben Sportkleidern vom Vortag stecke, nicht ganz frisch und sicher mit viel Hundehaaren, die drankleben.
Die Sonne scheint zwar noch, doch der Schleier am Himmel deutet an, dass es wieder ein Wetterwechsel gibt. Da sind wir ja gerade noch im Timing. Auf den Fotos sieht man es nicht, aber wir haben es geschafft, mich, die Hunde und die drei Zinnen ins Bild zu kriegen. Maxim meint, dass auf den Fotos zu viele Leute im Hintergrund rumirren und das Bild 'stören'. Das mag ja sein, doch die Wahrheit ist, dass noch viel mehr Leute am Berg rumkrakzeln und ich keine junge Bloggerin bin, die den perfekten Shot machen muss. Ich möchte es so zeigen, wie es eben ist.
Fast zurück bei der Auronzo Hütte kommt uns ein übergewichtiger Inder mit Schweissperlen und rotem Punkt auf der Stirn entgegen. Er bleibt vor uns stehen. Er trägt eine Kette mit einem Bild von Budda auf der Brust. Ich dachte schon, der will jetzt Andreas bekehren! Doch er will sich nur erkundigen, ob es noch ein langer Weg sei bis zu den drei Zinnen. Was sollen wir jetzt antworten?Ein langer Weg ist immer relativ. Ich staune immer wieder, wie unvorbereitet Menschen in die Berge gehen. Wahrscheinlich fragte er gerade uns, weil wir auch wie dumme, untrainierte Wanderer aussehen, nicht wie die sportlich gestylten Italiener. Wir ermutigen ihn, noch bis zur nächsten Biegung zu wandern, von dort hätte er schon einen schönen Blick. Er wird es schon schaffen, den Budda ist ja mit ihm!
'Besser ein dummer Wanderer, als ein Weiser, der zu Hause sitzt'. Sprichwort aus der Mongolei


















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